Als eine der schönsten Reisezeiten in der Südoststeiermark bietet sich der Herbst an.

Mitte September bis Mitte Oktober – je nach Wetterlage – findet die große Weinlese statt. Das Ernten der Trauben wird in dieser Region händisch durchgeführt. Besonders die ursprüngliche Variante mit der „Baumpresse“, die leider schon nahezu gänzlich verschwunden ist und durch moderne Geräte augetauscht wurde, lässt uns das außerordentlich anspruchsvolle Handwerk des Winzers in vollem Ausmaß erleben.

Da das Pressen mit der Baumpresse sehr schonend geschieht lassen sich wunderbar runde Weine erzeugen. Der Arbeitsaufwand von ca 12 Stunden pro Pressung dauert hingegen enorm lange und ist der Hauptgrund, warum kaum ein Winzer auf moderne Technik verzichtet.

Das Pressen mit einer Baumpresse ist mit einer eigenen Sprache verbunden. Da ist die Rede von „Stockschnortn“, „Riegelschießen“, „Press andechtnan“, „Kiebl füllen“, usw. Die Teile einer Baumpresse haben spezielle Bezeichnungen wie „Sturl“, „Pressblot“, „Senkstein“, „Polster“, „Hengstbam“, „Kiebl“, „Riegel“, „Pressbam“, „Presspolster“, „Spindel“, „Spindelmutter“, „Katz“, …

Das Beispiel der Baumpresse ist bezeichnend dafür, dass es aufgrund der kleineren und handwerklichen Betriebsstruktur in der Steiermark keine Weinindustrie gibt und Wein nachhaltig, mit großem manuellen Arbeitsaufwand produziert wird.

Beim Weinbau Wurzinger wird diese Tradition noch hochgehalten. Direkt am R45, dem Gleichenbergradweg gelegen, bietet sich der WEinbaubetrieb auch für einen schnellen Besuch an!

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